Presseerklärung Wahlvertretertag des PhVSA 2006

 
 

Gymnasiallehrergewerkschaft fordert: Sparzwänge im öffentlichen Dienst dürfen nicht zu Lasten der Qualität von Bildung gehen

Philologenverband Sachsen-Anhalt (PhVSA) wählte Dr. Jürgen Mannke mit überwältigender Mehrheit als Vorsitzenden wieder

 

Dr. Mannke beim Verlesen des Geschäftsberichtes der vergangenen Wahlperiode

Neben Kultusminister Olbertz waren auch die bildungspolitischen Sprecher der im Landtag vertretenen Fraktionen vertreten

Der neu gewählte Geschäftsführende Vorstand des PhVSA

 

Auf ihrem Wahlvertretertag am 2.November in Halle bestätigten die 80 Delegierten der Gymnasiallehrergewerkschaft ihren Vorsitzenden für die nächsten fünf Jahre in seinem Amt.

In seiner bildungspolitischen Rede hatte Mannke zuvor eine Bilanz der Gewerkschaftsarbeit der letzten Legislaturperiode gezogen. Viel Positives sei erreicht worden, argumentierte er mit Blick auf die in weiten Teilen gelungene Reform der gymnasialen Oberstufe. Vehement wandte sich der wiedergewählte Vorsitzende gegen die Sparpläne von Finanzminister Bullerjahn (SPD), der einen Stellenabbau bei den Lehrkräften des Landes vorgeschlagen hatte. „Wer qualitativ hochwertige Bildung will, der muss sie auch angemessen bezahlen!“, forderte Dr. Mannke.

Der Rückgang der Schülerzahlen in den nächsten Jahren dürfe die Landesregierung nicht dazu nutzen, auf dem Rücken aller an Schule Beteiligter zu sparen. Sonst sehe er ein Verkümmern der Schule als Kulturstandort. Vielmehr eröffne die an sich bedauerliche demographische Entwicklung dem Lande Möglichkeiten zur Verbesserung der pädagogischen Rahmenbedingungen. „Was unsere Schülerinnen und Schüler brauchen, um schulisch noch besser ausgebildet werden  zu können, sind eben auch kleinere Klassen, Förderkurse, Arbeitsgemeinschaften und materiell besser ausgestattete Schulen!“,  entgegnete er der Argumentation des Finanzministers.

In seinem Grußwort bekräftigte Kultusminister Olbertz (parteilos) unter dem Beifall der Delegierten seinen Willen, auch in der Großen Koalition keine Veränderung der Schulstrukturen ohne inhaltliche Legitimation zuzulassen. Es komme vielmehr darauf an, beide Schulformen in Sachsen-Anhalt kontinuierlich wachsen zu lassen.

In den Anträgen sprachen sich die Delegierten u.a. gegen eine unangemessen starke Absenkung der bedarfsbedingten Arbeitszeit für die Lehrkräfte ab kommendem Schuljahr und für die Stärkung der regionalen Fortbildung aus.

Der nächste Vertretertag des Philologenverbandes Sachsen-Anhalt findet im Jahre 2008 statt.





Henry Elstermann
Pressesprecher des PhVSA